Seitenansicht des Mini-Artjournals

Wie der Kalender ein neues Leben bekam

Es war einmal ein Kalender aus dem Jahr 2015. Der Kalender gehörte ursprünglich der Tochter, die ihn damals für die Schule genutzt hat. Da aber, wie allgemein bekannt ist, das Jahr 2015 schon eine Weile nicht mehr aktuell ist, wanderte der Kalender in eine Kiste, deren Inhalt irgendwann entsorgt werden sollte. Wie es mit Kisten dieser Art so ist, ist sie immer mehr in Vergessenheit gerate, bis sie bei einer Aufräumaktion der Mutter doch Aufmerksamkeit erregte. Das Meiste aus der Kiste hat eine neue Heimat in der Mülltonne gefunden (ja, wenn auch zugegebenermaßen nur kurzfristig), aber der Kalender sollte sich auf ein neues Leben freuen.

Der Kalender beginnt mit der Verwandlung

So kam es, dass der Kalender nach ein paar Monaten der Vorfreude eine Verwandlung durchmachen durfte: Zuerst entnahm die Mutter das komplette Innenleben. Oh, wie leer er sich fühlte! Und wie sinn- und zwecklos! Was sollte denn nun sein Ziel im Leben sein? Ob er wohl auch in Kürze eine Zwischenunterkunft in der Mülltonne finden würde? Aber nein! Er sollte ein neues Aussehen bekommen, und so ging es los: Die Mutter bedeckte ihn erst einmal komplett mit Gesso und ein bisschen Farbe. Und wie der Kalender sich da freute! Er fühlte sich nicht mehr so nackt! Auch ein paar kleine Stücke von Seiten eines alten Buches sollte er zur Zierde bekommen.

Auch bei einem Kalender zählt nicht nur das Äußere

Während die Vorderseite und auch die Rückseite des alten Kalenders langsam zu dem wurden, wofür er in seinem zweiten Leben einen Sinn finden sollte, bekam er aber Hunger. Immer mehr plagte ihn die Leere in ihm. Und es war nicht nur ein Hunger, der bei Menschen durch Essen gestillt werden kann, sondern ein Hunger nach der Antwort auf “Wer bin ich?”

Er wusste noch nicht, dass die Mutter schon damit begonnen hatte, dafür zu sorgen, dass er sich satt fühlen darf.

Auch ein Kalender braucht Nahrung

Während also das Äußere des inzwischen ehemaligen Kalenders zwischen den einzelnen Farbschichten trocknen durfte, hat die Mutter bereits überlegt, womit sie seinen Hunger stillen konnte. Und nicht nur das, sie wusste auch bereits, was sein neuer Lebenssinn sein sollte. Also begann sie damit, Aquarellpapier und einzelne Blätter von farbigem handgeschöpften Papier zu falten und zu den Heftlagen zusammenzufassen. Schnell war das neue Innenleben dick genug, und der Umschlag durfte seinen neuen Zweck erfahren: bald schon sollte er als Artjournal für Ruhe und gute Gedanken sorgen.

Am Schluss geht es ganz schnell

Spät in der Nacht werden die letzten Stiche genäht und dann kann auch der Leim seinen Teil beitragen. Für ein paar Stunden muss das neue Artjournal nun ruhig liegen bleiben, damit das neue Innenleben auch in ihm bleibt.

Am nächsten Morgen jedoch kann es kaum abwarten zu zeigen, was aus dem Kalender geworden ist und was es nun als “Malbuch” leisten kann. Nun freuen sich Mutter und Artjournal auf viele schöne Stunden miteinander.

Einen anderen Beitrag zum Thema Artjournal habe ich übrigens hier.

Und um beim Buchbinden nicht allzu große Fehler zu machen, habe ich bei YouTube mit dem Suchwort “Bookbinding” ein paar interessante Beiträge gefunden. Sehr gut gefallen haben mir die Videos von Crafty Loops und das Video von Sea Lemon.

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