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Traumfigur und Wohlfühlgewicht ab 40 oder 50

(es kann in diesem Beitrag unbezahlte und unbeauftragte Werbung vorkommen)

Ui, der heutige Tag wird spannend. Es kommt ein Blogpost zu einem Thema, mit dem ich mich zwar immer wieder auseinandersetze, aber noch nicht wirklich auf die Idee kam, darüber zu schreiben.

Vor ein paar Wochen hat Elke Storath bei Facebook von einer Blogparade erzählt, bei der sie teilnehmen wird, und dass noch weitere Blogger/innen gesucht werden. Der Bauch hat gekribbelt und gerufen, also hab ich mich ganz spontan beworben – und einen Termin für einen Beitrag bekommen!

Also: loslegen und Ideen sammeln für meinen Beitrag zur Blogparade von Lemondays „Bye bye Traumfigur? Wie geht das mit dem Wohlfühlgewicht ab 40 oder 50?“

Ein Weg von vielen zum Ziel... Traumfigur, oder?

So, und hier bin ich nun. Heute in Jeans und T-Shirt, gestern in schlabbrigen Hippie-Hosen, morgen vielleicht mit hohen Absätzen und Rock. Aber jeden Tag mehr ich selbst. Speckrolle am Bauch und Schwabbelhintern inbegriffen.

Wie fang ich an? Bei der Blogparade nehmen so viele “Profis” und Expertinnen teil, was Ernährung und Körper betrifft, und ich gehöre da mal gar nicht dazu. Ich bin einzig und allein Expertin für meinen Körper, und nach bald 50 Jahren (im nächsten Monat ist es soweit) sollte ich ihn auch kennen. Kennen heißt aber nicht lieben, nicht mal unbedingt akzeptieren. Und die früheste Erinnerung an das Gefühl des nicht-akzeptieren ist als ich 12 oder 13 Jahre alt war. Mit Wiederholungen durch das ganze Leben bis jetzt. Hätte ich damals schon ein bisschen davon gewusst, was ich jetzt weiß, was wäre anders gewesen?

Wenn ich heute ein Problem habe, auf dem ich längere Zeit rumkauen muss, dann hole ich ein Journal oder Papier raus, nehme ein paar Stifte und male mir die Seele aus dem Leib. Und dann geht es mir meist besser. Bei Traumfigur und Wohlfühlgewicht wären dann wohl schöne runde Figuren auf dem Papier, wie sie in Göttinnen-Darstellungen oft zu sehen sind.

Ich wäre nicht ich, wenn also nicht ein bisschen Farbe zu diesem Thema gewandert wäre, und das hier ist passiert. Fertig ist es nicht, und nein, es muss nicht immer hübsch und ansehnlich sein:

Wie ist das also heute?

Mit dem Alter von Frauen mit 50 Jahren plus/minus kommt oft das Stichwort “Wechseljahre” in den Sinn. Auch bei mir, klar, und ich nähere mich mit langsam größer werdenden Schritten diesem Tor zur nächsten Phase des Frau-Seins. Ich mag das Bild der dreifachen Mondin (wer mit meiner weiblichen Form unseres nächtlichen Trabanten nicht zurechtkommt, möge mir das verzeihen, aber sie ist für mich nunmal nicht männlich):

Den weißen Teil, den der Jungfrau, hab ich eine ganze Weile schon hinter mir. Und so ganz langsam wird das Rot immer dunkler. Ja, Mutter bleib ich immer, aber Mutter werden wird demnächst nicht mehr möglich sein, und ich wandere in den schwarzen Teil, in die abnehmende Mondin, und reihe mich in den Kreis der Weisen Alten.

(weise? mal sehen, alt bestimmt 🙂 )

Je älter ich werde, desto mehr mache ich mir Gedanken, was mir wichtig ist. Und manchmal ist in diesen Gedanken auch mein Körper. Ist mir da meine Figur wichtig? Warum ist sie mir wichtig? Mit dem Nachdenken wird mir dann mehr und mehr bewusst, dass es nicht um mein Denken geht, das mich beschäftigt, sondern um das der anderen. Der Gesellschaft. Der Leute, die um mich herum leben und mich anschauen. Mich scheinbar bewerten anhand meines dicken oder prallen Hintern. Frauen und Männer. Kleidungsproduzenten, die mir suggerieren, dass ich diese oder jene Figur haben muss, um eine super moderne Hose tragen zu können und “dazuzugehören”. In Schubladen zu passen.

Ist das wirklich das, was wichtig ist?

Traum(figur) vs. Realität

Ganz ehrlich? eine Traumfigur hatte ich noch nie. Zumindest keine, die meinen Träumen entsprach: volle Oberweite, flacher Bauch, knackiger Po, schlanke Beine. Die Realität war volle Oberweite (yes! Jackpot! sogar schon mit 13! weniger toll), Bauch, nicht wirklich flach, aber ok, Po zu groß und Schenkel…. viel zu dick. Aber ich hatte schon immer eine tolle Taille, und die hab ich immer noch. Heute nenn ich das eine Sanduhren-Figur, und es gibt die ein oder andere Freundin, die die auch gerne hätte. Auch mit meinen zuviel-Kilos. Ach ja, full disclosure: ich komm immer wieder an die 75 kg ran im Moment, bei 165 cm Körpergröße.

Träume sind Schäume.... oder?

Abnehmen wurde für mich zum Thema, nachdem ich mein erstes Kind bekommen habe, Sommer 1999. Davor war ich zwar wie schon gesagt nicht zufrieden mit meiner Figur, aber ich hatte weder Lust noch Energie da groß was zu machen. Sport war nie mein Ding und essen war/ist toll. Und wenn der Mann Koch ist……. Vom Gewicht her war es auch nicht allzu schlimm.

Aber nach der Geburt war es nicht mehr so einfach mit allem zurecht zu kommen, der Bauch war schwabbelig, der Hintern sowieso zu groß (in meinen Augen) und Jeans waren an den Beinen immer recht eng – mit meiner Figur war es und ist es nicht einfach, eine Hosenform zu finden, die mich zufriedenstellt. Weite Hosen lassen mich noch breiter aussehen, enge Hosen: Hühnerschenkel-Effekt.

Die ersten Versuche

So habe ich dann während unserem Jahr in Irland 2000 zum ersten Mal die Weight Watchers ausprobiert und tatsächlich ein paar Kilo verloren. Wenn ich mich recht erinnere, konnte ich wieder unter die 70 kommen. Nach den ersten 3 Kg, die ich schmelzen konnte, hat aber alles stagniert. Ich war frustig und hab wieder aufgegeben. Klar kamen die Kilos wieder drauf.

Den nächsten Versuch unternahm ich dann wieder zurück in Deutschland nach der Geburt von meinem zweiten Kind, als der Bub in den Kindergarten kam. Wieder Weight Watchers. Und wieder die gleiche Geschichte: mit über 70 kg angefangen, 3-4 kg weg, Stillstand, Frust, aufgeben.

Find' Dich damit ab, Du bist nicht für die Traumfigur geschaffen

Abnehmen und ich sind einfach keine Kumpel. Zumindest nicht, wenn ich es nur mit Änderung des Essverhaltens versuche. Aber für Sport hatte ich keine Lust, keine Energie, immer noch nicht. Faulheit frisst sich fest im Hirn. Also hab ich mich damit abgefunden.

Klamotten kaufen war aber immer noch etwas, das ich gehasst habe. Pullis ok, T-Shirts, aber Hosen? Bleib mir weg damit. Wenn die Oberschenkel reinpassen, dann brauch ich einen Gürtel, der den Hosenbund zwar enger macht, aber so zusammenkrumpelt, dass es mies aussieht. Wenn die Taille passt, dann….. vergiß es, bis zum Knie bekomm ich die Hose, weiter nicht. Die Modeindustrie hat einfach eine Vorstellung von weiblicher (Traum)Figur, die ich nie erreiche.

Es folgen noch ein bis zwei Versuche mit Weight Watchers online, die genau wie die vorigen verlaufen. Ich hab mich dann einfach irgendwann mit meiner Figur und meinem Gewicht abgefunden. Nicht akzeptiert. Abgefunden. Das ist ein großer Unterschied.

Noch 'n Versuch

Bis ich im Sommer 2016 (also mit inzwischen fast 47 Jahren) gemerkt habe, dass meine Hüften und meine Knie anfangen zu meckern. Nicht großartiges, aber ein Zwicken hier, ein Zwicken dort. Immerhin war ich auch schon näher an der 80 als an der 70 mit der Zahl auf der Waage. Zu der Zeit habe ich passend das Buch “Fettlogik überwinden” von Dr. Nadja Hermann (unbezahlte Werbung) entdeckt. Dieses Buch hat mir tatsächlich einige Aha-Momente beschert. Ich hab zum Beispiel verstanden, warum nach den ersten 2-4 Kilo Abnahme ein Plateau auftaucht, dass Wassereinlagerungen eine riesengroße Rolle spielen und wie sie passieren, und dass Kohlehydrate keine Uhr lesen können.

Also hab ich angefangen Kalorien zu zählen, mir einen Schrittzähler besorgt, und dann im September ernsthaft begonnen, Sport zu machen. Sogar mit Spaß, so viel Spaß – und Erfolg – dass sogar mein Mann ins Fitness-Center mitgekommen ist. Der Erfolg war nicht nur eine Abnahme von dann 18 kg, sondern auch die Veränderung meiner Figur:

Der Bauch wurde flacher, und ich war zufrieden, die Beine schlanker, und ich war zufrieden, die Oberweite flacher, und ich war nicht so zufrieden. Hosenkaufen machte fast Spaß – hey! Größe 38! Traumfigur, ich komme!

 
 

Was ich aber nicht so klasse fand, war der Unterschied in meinem Gesicht und am Hals. Facebook liefert ja immer nette Erinnerungen vom selben Tag vergangener Jahre. Und als dann mal ein älteres Profilbild gezeigt wurde, bin ich schon erschrocken:

Moni mit mehr als dem Wohlfühlgewicht und ohne Traumfigur
mit einigen kg zuviel im Jahr 2011
Selfie mit schmalem Gesicht, Wohlfühlgewicht und annähernder Traumfigur in Calabrien am Strand
fast Traumfigur, definitiv Wohlfühlgewicht, 2017

Abnahme erfolgt eben nicht nur dort, wo zuviel ist, sondern verteilt sich an allen möglich Stellen. Die Traumfigur ist zwar in Arbeit, aber dafür sieht das Gesicht um einiges anders aus, als es mal war.

Yay! Ziel erreicht! Bin ich jetzt glücklich?

Von diesem Urlaub in Italien zurück, mit Traumfigur und schmalem Gesicht, hat sich allerdings wieder einiges geändert. Nein, die Waage war nicht ungnädig mit mir, als wir zu Hause angekommen sind, war die Zahl tatsächlich mehr als annehmbar.

Aber wir haben uns für Familienzuwachs entschieden, ein kleiner Süditaliener mit Fell sollte zu uns kommen.

Die Eingewöhnungsphase hat unser Leben ganz schön aus der Bahn gebracht und meine regelmäßigen Sportbetätigungen haben darunter gelitten. Dazu kamen Probleme mit Fersensporn und es war eigentlich schon vorprogrammiert, dass das nichts mehr wird.

Mit der Ausrede “Hund” und Aua-im-Fuß ging also diese Routine verloren und ich habe sie bis heute nicht mehr beleben können. Ergebnis? 16 von 18 kg sind zurück. Traumfigur wieder futsch, Gesicht nicht wirklich wieder aufgefüllt.

Aber dafür ist da ein goldiges Stück Fell 🙂

Soweit zu meiner Erfahrung mit Abnehmen. Aktuell versuche ich zumindest wieder ins Kalorienzählen zu kommen, denn ich meine, dass die Hüfte sich wieder melden möchte.

Und was ist nun mit Traumfigur und Wunschgewicht?

Aber die Traumfigur? Erreichbar mit bzw. in den Wechseljahren? Ich bin überzeugt, dass es grundsätzlich möglich ist. Bei jeder Frau auf eine andere Art und Weise. Für mich muss Sport für zusätzliches Kalorienverbrennen dazu, nur Ernährung umstellen funktioniert nicht ganz so, oder zumindest so langsam, dass es nicht wirklich merkbar ist.

Viel wichtiger: brauch ich das?

Bleibt die Frage: brauche ich die Traumfigur? Auch diese Frage muss jede für sich beantworten. Ich habe inzwischen einige Jahre “Introspektive” hinter mir. Ich hinterfrage vieles, was ich erlebe, im Innen und Außen. Schubladen, die von der Gesellschaft mit Etiketten versehen werden, und in die ich nicht passe. Nicht passen will. Und je nach Laune und psychischer Verfassung kommt der Trotz auf, wenn ich mal wieder ein Titelblatt irgendeines Frauenmagazins sehe, das verspricht, dass das Leben besser ist, wenn das perfekte Gewicht erreicht ist. Oder es gibt dann eben Momente, in denen ich denke, ich bin nix wert, weil ich nunmal nicht in die Hosengröße 36/38 passe oder keinen kurzen Rock ohne Strümpfe tragen kann. Glücklicherweise sind diese Momente eher selten geworden.

Viel wichtiger finde ich den Aspekt wohlfühlen – damit könnte jedes Gewicht das Wohlfühlgewicht sein – in Zusammenhang mit der Gesundheit. Mir persönlich ist es egal, ob mein Gegenüber 50, 80 oder 120 kg wiegt. Was mir nicht egal ist, wie mein Gegenüber sich fühlt. Ob die Gesundheit in Ordnung ist oder nicht. Aber selbst dann ist es nicht meine Aufgabe zur Oberlehrerin zu werden. Ich darf meine Sorge zum Ausdruck bringen, empathisch. Und das war es dann auch schon. Um das zu lernen und zu verinnerlichen habe ich lange Jahre gebraucht, und muss mich immer noch ab und zu daran erinnern. Denn mein und Dein Wert wird nicht in Kilogramm oder Umfang gemessen.

Der Selbstwert darf sich nicht auf gesellschaftlich aufgedrückte Normen stützen. Ich finde für mich keine einzige Schublade mit Etikett, die sich schließen lässt, weil immer ein Teil von mir über den Rand ragen würde. Und das ist gut so. Egal, ob es meine Figur ist, oder dass ich Mondin und nicht Mond sage.

Ganz tolle Beiträge, die alle einen anderen interessanten Teil beleuchten, findet ihr übrigens hier auf der Seite von Lemondays.

Gestern waren zum Beispiel diese beiden dran, etwas über die Bauchfalte und von der Farbenfreundin. Und stellvertretend für alle anderen Beiträge zwischendrin ist hier noch der erste Beitrag, in dem Adalbert was zu sagen hat. Viel Spaß beim Lesen!

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare

    1. Liebe Daniela, Danke von Herzen für die Erwähnung in Deinem Podcast, den ich mir für nachher zum Genießen schon vorgemerkt habe 🙂

  1. Danke für diesen wundervollen Einblick in Deine persönliche Situation!
    Liebe Grüße, Anja

    1. Liebe Anja, ich danke Dir! Es war / ist mir eine Ehre!

  2. Toller Artikel! Das Bild der “Mutter Göttin” und die Beschreibung des Frau-seins finde ich echt genial, danke dafür
    Liebe Grüße,
    Angelika

  3. Toller Artikel und Deine Geschichte ist sehr real. Was nicht real ist: die Abbildung weibliche Körper in den Medien. Entweder sind es wirklich sehr junge Frauen, die zu einer genetischen Minderheit gehören oder Photoshop. Oder Beides. Das sollte sich jede Frau bewusst machen

    1. Genau das! Es ist ein Konstrukt, das als Ideal verkauft werden soll, und extrem wenig mit der Realität zu tun hat. Danke für Deine Worte

  4. Liebe Monika,
    toller Beitrag, vielen Dank!
    Lg Petra

    1. Liebe Petra, es freut mich, dass er dir gefällt

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